Der nächste BOYS' DAY findet am 12. November 2020 statt.
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Über den BOYS' DAY

Der österreichische BOYS’ DAY ist ein Berufsorientierungstag für männliche Jugendliche im Alter... [weiterlesen]

Der österreichische BOYS’ DAY ist ein Berufsorientierungstag für männliche Jugendliche im Alter zwischen 12 und 18 Jahren und dient darüber hinaus der Entwicklung positiver männlicher Identität. Am BOYS' DAY können Burschen Berufe kennenlernen, in denen nur wenige Männer arbeiten. Das sind vor allem Berufe aus dem sozialen, erzieherischen und pflegerischen Bereich. Der BOYS’ DAY soll männliche Jugendliche motivieren, geschlechteruntypische Berufe, wie etwa Krankenpfleger oder Volksschullehrer, für ihre Zukunftsplanung in Betracht zu ziehen. Außerdem können sie über ihre Lebensplanung nachdenken, sich über Männlichkeitsbilder austauschen und ihre Sozialkompetenzen entwickeln.

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Die Anmeldung zum BOYS' DAY erfolgt über die Aktionslandkarte. Hier können Burschen oder Lehrpersonen nach ein Veranstaltungen suchen. Soziale und erzieherische Einrichtungen und andere Betriebe, in denen männeruntypische Berufe ausgeübt werden, können sich über die Aktionslandkarte registrieren und ihre Veranstaltung eintragen.

In jedem Fall hilft der regionalverantwortliche Ansprechpartner gerne bei der Anmeldung.

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Ja. Alle Angebote, die sich auf der österreichweiten BOYS’ DAY-Aktionslandkarte befinden, sind ausschließlich für Burschen. Beim BOYS’ DAY geht es als Berufsorientierungstag einmal im Jahr darum, Berufe kennenzulernen, die bislang überwiegend von Frauen ausgeführt werden. Damit soll über Geschlechterklischees hinweg das Berufswahlspektrum erweitert werden. Für weitere Berufserkundungen stehen die übrigen Schulpraktika zur Verfügung.

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Wenn ganze Klassenverbände einen Einrichtungsbesuch machen, findet dieser im Rahmen der Schulzeit statt. Burschen, die sich alleine oder zu zweit für einen Schnupperbesuch anmelden möchten, sollten dies vorher mit ihren Eltern und der Lehrkraft abklären. Sie können sich dann vom Unterricht freistellen lassen. Ein Freistellungsfomular kann man unter Daten und Fakten / Rechtliches downloaden.

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Der BOYS’ DAY richtet sich an Burschen ab der siebenten Schulstufe, also ab dem 12. Lebensjahr.

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Der BOYS’ DAY ist für männliche Jugendliche im Alter zwischen 12 und 18 Jahren. Diese können sich entweder direkt, z. B. zu einem Einzelschnuppertermin in einer sozialen oder erzieherischen Einrichtung anmelden. Oder - was häufiger ist - gemeinsam mit den Burschen der Schulklasse eine Einrichtung besuchen. Wer alleine schnuppern geht, muss sich vom Unterrricht freistellen lassen. Der Besuch im Klassenverband wird meist von der Lehrkraft organisiert.

Damit Burschen die Möglichkeit haben, Berufe kennenzulernen, ist es wichtig, dass möglichst viele Einrichtungen am BOYS' DAY mitmachen. Sie können sich in der Aktionslandkarte zunächst registrieren und dann eine Veranstaltung eintragen. Die Regionalverantwortlichen helfen gerne dabei.

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In jedem Bundesland gibt es einen regionalen Ansprechpartner. Die Liste findet sich hier. Zentrale Anlaufstelle für Fragen ist das BOYS' DAY Büro, dessen Kontaktadresse sich ebenfalls auf der Liste befindet.

Die eigentlich Anmeldung erfolgt dann über die Aktionslandkarte.

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Der Name „BOYS' DAY“ wurde in Anlehnung an den Girls' Day (auch Töchtertag genannt) gewählt. Dieser wurde erstmals im Jahr 2002 umgesetzt. "Girls’ Day" war der von den befragten Mädchen bevorzugte Name. Entsprechend wurde für die Burschen der Name BOYS' DAY gewählt.

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Die Schwerpunkte des BOYS' DAY sind die Erweiterung des Berufswahlspektrums und das Aufbrechen von Rollenklischees. Seit 2020 wurden Persönlichkeitsentwicklung, die Vermittlung sozialer und emoitonaler Kompetenzen, sowie Migration bzw. Integration als Ziele ergänzt.

1) Erweiterung des Berufswahlspektrums

Nach wie vor existieren in Österreich viele Vorurteile, welche Berufe als typisch männlich oder weiblich gelten. Wichtig ist es, den Burschen nicht vorzugeben, für welche Berufe sie sich zu interessieren haben, sondern ihnen vielmehr die Türen zu neuen Möglichkeiten zu öffnen. Viele Jugendliche wissen oft noch nicht, dass sie ein Talent für soziale Berufe haben, oder lassen sich etwa durch Gruppendruck (Peer-Pressure) oder von der Familie von ihrer bevorzugten Berufswahl abschrecken.

Am Arbeitsmarkt werden Dienstleistungsberufe immer gefragter. Technische Berufe, die von vielen Burschen immer noch präferiert werden, sind durch Entwicklungen, wie beispielsweise die Automatisierung, immer seltener eine realistische Option. Der Bedarf an Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen in Pflege- und Erziehungsberufen steigt dagegen stetig an.

Es geht also auch darum, den Burschen zukunftsfähige Jobperspektiven aufzuzeigen. Das Vorurteil, dass Pflege- und Erziehungsberufe deutlich schlechter bezahlt werden als klassische „Männer-Jobs“, muss kritisch hinterfragt werden, ebenso die Ansicht, dass junge Männer für manche Berufe von Natur aus ungeeignet sind. Der BOYS’ DAY zeigt hier bereits Wirkung. 80 Prozent der teilnehmenden Burschen finden es normal, wenn Männer in Sozialberufen arbeiten. Selbst den am BOYS´ DAY kennengelernten Beruf zu ergreifen, können sich immerhin noch 30% der Jugendlichen vorstellen.

2) Aufbrechen von Rollenklischees

Mit der Erweiterung des Berufswahlspektrums soll für die Burschen auch eine Veränderung in der Vorstellung, was für sie Männlichkeit bedeutet, einhergehen. Vor allem bei Mädchen und Frauen ist der Wandel ihrer gesellschaftlichen Rollen in den letzten Jahrzehnten augenscheinlich. Frauen sind zunehmend Vollzeit berufstätig und haben andere Rollenerwartungen an Männer. Auch im privaten Bereich werden Einstellungen zu und Kenntnisse über erzieherische und pflegerische Tätigkeiten an Bedeutung gewinnen. Junge Männer müssen sich auf diese Veränderungen einstellen können.

In den BOYS’ DAY Workshops – dem zweiten Standbein neben dem Aktionstag – haben die Schüler die Möglichkeit, sich in einem geschützten Rahmen intensiv mit Fragen rund um männliche Identität und der eigenen Lebensplanung zu beschäftigen. Durch Rollenspiele und Diskussionen in der Gruppe sollen veraltete Verhaltensmuster und Rollenbilder hinterfragt und Alternativen aufgezeigt werden. Geleitet werden die Workshops von zumeist männlichen Sozialarbeitern mit Erfahrung in der geschlechtersensiblen Jugendarbeit.

3) Persönlichkeitsbildung, soziale und emotionale Kompetenzen

Der BOYS’ DAY will die Burschen in ihrer Gesamtheit ansprechen und sie auf ihrem Lebensweg unterstützen. Es fällt in den letzten Jahren auf, dass Burschen in der Schule immer schlechtere Leistungen erbringen. Sie werden in hohem Ausmaß als zunehmend gewalttätiger wahrgenommen, mit einem Mangel an Selbstvertrauen und positivem, identifikationsstiftendem Zugehörigkeitsgefühl.

Es gilt, den männlichen Jugendlichen dabei zu helfen, ihre eigene positive männliche Identität auszubilden und dadurch problematischen stereotypen Handlungsweisen vorzubeugen (z.B. Gewalt als Konfliktlösung im sozialen Nahbereich, Unterdrückung von Frauen im Namen eines falsch verstandenen Ehrbegriffs etc.). Zudem soll den Burschen ein Rüstzeug (soziale und emotionale Kompetenz) in Hinblick auf die Herausforderungen einer sich rasant verändernden Arbeitswelt (Dienstleistungsgesellschaft, Digitalisierung) mitgegeben werden. Dafür werden in den kommenden Jahren neue Veranstaltungsformen entwickelt, die neben den bereits bestehenden Einrichtungsbesuchen und Workshops sinnstiftend wirken sollen.

4) Migration / Integration

Österreichs Schulen werden von Jugendlichen mit sehr unterschiedlichen ethnischen und kulturellen Hintergründen und entsprechendem geschlechtsspezifischem Rollenverständnis besucht. Hier sieht sich der BOYS’ DAY in der Verantwortung, konkrete Integrationsarbeit zu leisten. Ziel dieser Maßnahme ist es auch, den Anteil der Männer mit Migrationshintergrund in Erziehungs-, Sozial- und Pflegeberufen zu steigern und männlichen Jugendlichen Alternativen zu in Herkunftsländern tradierten Rollenbildern aufzuzeigen.

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Der BOYS’ DAY Aktionstag findet in der Regel am zweiten Donnerstag im November eines Jahres statt.

Der nächste BOYS’ DAY findet am 12. November 2020 statt.

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Die Männerpolitische Grundsatzabteilung, die Abteilung V/5 des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK) unter der Leitung von Dr. Johannes Berchtold, veranstaltet seit 2008 jährlich den österreichweiten BOYS’ DAY und richtet damit den Fokus auf die Erweiterung des Berufswahlspektrums männlicher Jugendlicher in Richtung Erziehungs- und Pflegeberufe und die Förderung eines breiteren, offeneren Männerbildes.

In den österreichischen Bundesländern organisieren die Regionalverantwortlichen jährlich tausende Einrichtungsbesuche und Workshops. Von besonderer Bedeutung für das Gelingen des BOYS’ DAY sind die vielen Multiplikatoren und Multiplikatorinnen, insbesondere die Lehrkräfte.

Der BOYS’ DAY ist seit seiner Entstehung stetig gewachsen. Mittlerweile nehmen im gesamten Bundesgebiet jährlich über 5.000 Burschen und rund 400 Einrichtungen (Kindergärten, Volksschulen, Senioren- und Pflegeheime, Krankenhäuser, Pflegeschulen etc.) teil. Auch medial findet der BOYS’ DAY großen Anklang. Mehr als 180 Zeitungs- und Rundfunkbeiträge wurden sowohl in großen, österreichweiten Medien als auch in regionalen und lokalen Zeitungen im Jahr 2018 publiziert.

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Gute schulische Leistungen, Berufsfelder in Erziehung, Bildung und Pflege etc. gelten immer noch als „unmännlich“. In den speziell für den BOYS' DAY entwickelten Burschen-Workshops können Burschen sich mit männlichen Rollenbildern und der Vielfalt von Lebensentwürfen auseinandersetzen. Außerdem geht es um die Stärkung ihrer sozialen und emotionalen Kompetenzen (z. B. Team- und Konfliktfähigkeit). So sollen Burschen dabei unterstützt werden, ihre individuellen Potenziale zu entfalten und ihre Entwicklungsmöglichkeiten auszuschöpfen.

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Das BOYS' DAY Konzept wurde von einer Expertengruppe rund um Univ.-Prof. Dr. phil. Dr. h.c. Josef Christian Aigner entwickelt. Er war 2005 bis 2017 Universitätsprofessor für Psychoanalytische Pädagogik und Psychosoziale Arbeit an der Universität Innsbruck. Seine Forschungsschwerpunkte waren zuletzt im Bereich der Vaterforschung, der Entwicklung von Buben und Männern sowie Männer in erzieherischen und sozialen Berufen.

Die Intention des Konzept war es in erster Linie, Burschen auf die Geschlechterklischees der Berufswahl hinzuweisen und dadurch für mehr oder weniger ausgeschlossene und angeblich nur mädchentypische oder –geeignete Berufsfelder zu interessieren. Damit verbunden war die Propagierung eines anderen, neuen Männerbilds, das die Verantwortung für Kinder, sozial randständige oder schwache Menschen verstärkt mit einschließt.

Mehr zur Entwicklung des Konzepts im Interview mit Prof. Aigner.

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Im Laufe der letzten Jahre sind einige Videos über den BOYS’ DAY gedreht worden. Sie sind über den YouTube-Kanal des BOYS’ DAY abrufbar.

Folgende DVDs sind außerdem über das Broschürenservice des Sozialministeriums kostenlos auf USB-Stick bestellbar.

Social Works - In sechs Filmporträts geben Männer Einblick in ihre Berufe, in ihre Tätigkeiten und den Ablauf ihres Arbeitstags. Sie erzählen über ihre Ausbildung, beschreiben die Weiterbildungsmöglichkeiten und die Zukunftsaussichten. Vorgestellt werden: Kindergartenpädagoge, Krankenpfleger, Volksschullehrer, Hauskrankenpfleger, Jugendsozialarbeiter, Schulsozialarbeiter.

Social Fighters - Vier starke Burschen in sozialen Berufen reden über ihre Motivation, ihren persönlichen Zugang und wie sie mit Vorurteilen, denen sie begegnen, umgehen: „Denn ein Mann ist mehr als das, was man von einem Mann erwartet“.

Social Culture - Der Film über soziale Berufe für Männer mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund. Jules, Abbas, Erkan und Ismail sind fortschrittliche junge Männer, die durch ihre Beschäftigung mit Kindern, Jugendlichen, kranken und alten Menschen beispielgebend für den wichtigen Brückenbau innerhalb der Gesellschaft sind.

Der BOYS’ DAY Film - Der Film bietet einen guten Einblick in Zielsetzungen und Ablauf des BOYS’ DAY: Wissenschafter und Burschenarbeiter kommen zu Wort, junge Männer erzählen von ihrer ungewöhnlichen Berufswahl, Schüler teilen ihre Erfahrungen. Der Film wurde in Kooperation mit gotv erstellt und macht auf kurzweilige Art und Weise auch Laien mit dem Thema vertraut. Über den BOYS’ DAY hinausgehend thematisiert der Film viele für Burschen und Männer wichtige Lebensbereiche wie die Frage der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, die Gesundheit oder die Rolle von Männern im Geschlechterdiskurs.

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Erzieherische und pflegerische Berufe werden nach wie vor meistens von Frauen ausgeübt. Dabei sind in diesen Berufsfeldern auch Männer gefragt wie nie zuvor, zum Beispiel im Kindergarten. Auch in der Altenpflege haben Burschen gute Chancen, eine berufliche Perspektive zu finden. Durch den demografischen Wandel werden heute mehr Altenpfleger gebraucht als früher. Der BOYS’ DAY soll alle Burschen ermutigen, bei der Berufswahl über den Tellerrand zu schauen und sich über Berufe jenseits der häufig von Männern gewählten Bereiche (z. B. Kfz- oder Metallhandwerk) zu informieren. Der BOYS’ DAY macht außerdem auf Studienfächer wie Pädagogik oder Pflegewissenschaften aufmerksam, die mehrheitlich von jungen Frauen gewählt werden.

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